Wie riecht Deutschland?
- REIMA AirConcept GmbH
- vor 2 Stunden
- 4 Min. Lesezeit
Kann ein Bundesland eigentlich riechen?
Genau dieser spannenden Frage widmen sich Jens und Kessi in der aktuellen Folge von „Duftmarketing Talk“. Dabei geht es nicht nur um typische Gerüche oder regionale Besonderheiten, sondern um etwas viel Größeres: Erinnerungen, Emotionen und die Frage, wie sehr Düfte unsere Wahrnehmung von Orten prägen.
Doch bevor die Duftreise durch Deutschland beginnt, erzählt Jens von einem außergewöhnlichen Kunstprojekt aus dem Jahr 2007, bei dem ein eigener Großstadtduft für Zwickau entwickelt wurde. Ein Projekt zwischen Kunst, Duftmarketing und der Frage:
Wie riecht eigentlich eine Metropole?

Ein Parfüm für Zwickau? Das Kunstprojekt „Periphair“
Die Podcastfolge beginnt mit einer besonderen Geschichte aus der Vergangenheit von REIMA AirConcept GmbH.
Im Jahr 2007 erhielt Jens eine ungewöhnliche Anfrage der Schweizer Künstlerin Simone Zaugg. Für ein internationales Kunstprojekt in Zwickau sollte gemeinsam ein Duft entwickelt werden – allerdings kein klassisches Parfüm.
Die Idee:
Ein Großstadtduft für Zwickau.
Der Name des Projekts stand bereits fest:„Periphair“ – eine Wortkombination aus „Peripherie“ und „Air“.
Die Grundidee dahinter war faszinierend:
Zwickau sollte für einen Moment nicht als „Randlage“ wahrgenommen werden, sondern als pulsierende Metropole mit internationalem Großstadtgefühl.
Dabei ging es ausdrücklich nicht um typische Klischees wie:
Automobilbau,
Trabant,
Robert Schumann
oder klassische Heimatromantik.
Stattdessen sollte ein Duft entstehen, der Emotionen von Städten wie:
Berlin,
London,
Paris,
New York,
Amsterdam
oder Tokio
transportiert.
Wie riecht eigentlich eine Großstadt?
Schon diese Frage zeigt, wie komplex Duftmarketing und Parfümentwicklung sein können.
Denn Großstädte bestehen aus unzähligen Geruchseindrücken gleichzeitig:
Asphalt,
Autoabgase,
heißer Beton,
Menschenmengen,
Kaffee,
Fast Food,
Regen auf Straßen,
Clubs,
Parfüm,
Schweiß,
Straßenstände,
Papierkörbe,
Restaurants,
U-Bahnstationen.
All diese Eindrücke prägen unser unbewusstes Bild einer Stadt.
Genau diese Herausforderung beschreibt Jens im Podcast sehr anschaulich. Viele Duftentwürfe wurden verworfen, weil sie zu negativ oder zu realistisch wirkten. Schließlich sollte „Periphair“ kein unangenehmer Großstadtgeruch werden, sondern ein emotionales Bild von Metropole und internationalem Lebensgefühl transportieren.
Am Ende entstanden 50 Flakons des Kunstparfüms, begleitet von:
Werbeplakaten,
T-Shirts,
Schaufensteraktionen,
einem Werbevideo,
sowie einer Ausstellung in den Kunstsammlungen Zwickau.
Das Spannende daran:
Das Projekt funktionierte wie eine echte Parfüm-Marke – obwohl es eigentlich ein Kunstprojekt war.
Duft schafft Identität
Gerade dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, welche Kraft Duft besitzen kann.
Ein Duft kann:
Selbstbewusstsein erzeugen,
Orte emotional aufladen,
Erinnerungen schaffen,
Wahrnehmung verändern
und Identität stärken.
Genau das wollte das Kunstprojekt erreichen:
Zwickau sollte sich für einen Moment wie das Zentrum der Welt anfühlen.
Und genau an diesem Punkt schlägt die Podcastfolge die Brücke zum eigentlichen Hauptthema:
Wie riecht Deutschland?
Baden-Württemberg – Wald, Wein und Schwarzwaldgefühl
Die Duftreise beginnt in Baden-Württemberg.
Für Jens riecht Baden-Württemberg vor allem nach:
Schwarzwald,
Tannen,
Fichtenharz,
Streuobstwiesen,
Wein,
brauner Butter,
gerösteten Zwiebeln
und Schwarzwälder Schinken.
Gerade die Verbindung aus Natur, Handwerk und hochwertiger Küche prägt die olfaktorische Wahrnehmung dieses Bundeslandes.
Hinzu kommen:
Wacholder,
frisches Heu,
Destillerien,
Kirschwasser,
Zwetschgenbrand
und Williamsbirne.
Kessi beschreibt Baden-Württemberg im Podcast passend als Mischung aus:
„Natur trifft High-End“.
Und tatsächlich:
Das Bundesland verbindet:
Natur,
Luxus,
Präzision,
Handwerk
und hochwertige Traditionen
auf ganz besondere Weise.

Bayern – Bier, Alpen und Almwiesen
Weiter geht die Duftreise nach Bavaria.
Hier wird es sofort kulinarisch.
Typische Duftbilder für Bayern sind:
frische Brezeln,
Bier,
Weißwurst,
Schweinebraten,
Kümmel,
Obatzter,
Hopfen
und Malz.
Doch Bayern riecht nicht nur nach Wirtshauskultur.
Ebenso prägend sind:
Almwiesen,
Kräuter,
frisches Heu,
Wälder,
Bergluft
und Weihrauch aus alten Kirchen.
Gerade diese Mischung aus:
Natur,
Tradition,
Kulinarik
und Kultur
macht Bayern olfaktorisch unglaublich vielseitig.
Interessant ist dabei auch, wie stark Düfte mit persönlichen Erinnerungen verbunden werden. Während Jens eher an Wälder, Gin mit Wacholder oder Schwarzwald denkt, verbindet Kessi Bayern sofort mit Volksfesten, Gemütlichkeit und regionalem Essen.

Berlin – Chaos, Vielfalt und Großstadtluft
Kaum ein Bundesland beziehungsweise eine Stadt polarisiert olfaktorisch so stark wie Berlin.
Denn Berlin riecht nicht „schön“ im klassischen Sinne – sondern intensiv nach Großstadt.
Typische Geruchsbilder:
Berliner U-Bahn,
Metall,
Schmiermittel,
Menschenmengen,
Asphalt,
Regen auf heißem Beton,
Döner,
Currywurst,
Kaffee,
Parfüm,
Zigaretten
und Clubnächte.
Gleichzeitig besitzt Berlin aber auch unglaublich schöne Duftmomente:
Lindenblüten im Sommer,
Parks,
Tiergarten,
Sommerregen,
grüne Innenhöfe.
Gerade diese Gegensätze machen Berlin aus.
Kessi fasst es im Podcast treffend zusammen:
„Chaos, Vielfalt, Leben.“
Und genau so riecht die Hauptstadt auch.

Brandenburg – Kiefernwald, Seen und Ruhe
Zum Abschluss der ersten Duftreise geht es nach Brandenburg.
Hier verändert sich die Atmosphäre sofort.
Brandenburg riecht nach:
Kiefernwald,
Harz,
Sandboden,
Seen,
feuchtem Waldboden,
Moos,
Spreewaldgurken
und frischer Natur.
Gerade die riesigen Waldflächen und die geringe Bevölkerungsdichte prägen das Duftbild stark.
Typisch für Brandenburg sind außerdem:
Dill,
Essig,
Gurkengewürze,
Spargel,
geräucherter Fisch
und Landwirtschaft.
Das Bundesland wirkt dadurch olfaktorisch deutlich ruhiger und natürlicher als Berlin.
Kessi beschreibt Brandenburg deshalb passend mit:
„Weite, Ruhe und Natur.“

Düfte erzählen Geschichten
Genau das macht diese Podcastfolge so spannend:
Sie zeigt, dass Düfte viel mehr sind als nur „Gerüche“.
Sie erzählen Geschichten.
Sie erzeugen Bilder im Kopf.
Sie verbinden uns mit Orten, Erinnerungen und Emotionen.
Fast jeder Mensch verbindet bestimmte Regionen automatisch mit:
bestimmten Gerüchen,
typischen Lebensgefühlen,
kulinarischen Eindrücken
oder Naturbildern.
Und genau deshalb spielt Duftmarketing heute eine immer größere Rolle.
Denn Räume, Marken und Orte werden emotional deutlich stärker wahrgenommen, wenn sie auch olfaktorisch erlebbar werden.
Deutschland riecht überall anders
Die erste Duftreise durch Deutschland zeigt vor allem eines:
Jedes Bundesland besitzt seine ganz eigene olfaktorische Identität.
Mal geprägt von:
Wald,
Natur,
Landwirtschaft,
oder Wasser.
Mal geprägt von:
Großstadt,
Kultur,
Street Food,
Menschenmengen
und Nachtleben.
Und genau diese Vielfalt macht Deutschland auch aus Duftsicht unglaublich spannend.
Wer wissen möchte:
welche weiteren Bundesländer noch folgen,
wie Bremen riecht,
warum Kaffee dort eine große Rolle spielt,
und welche Duftwelten noch entdeckt werden,
sollte unbedingt in die aktuelle Podcastfolge von „Duftmarketing Talk“ reinhören



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