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Oh, es riecht gut...

"Frische Brise" als Erfolgsrezept – Was sich hinter "Duftmarketing" verbirgt

Freie Presse Zwickau 15.03.2000
(ME/kma). Lieben Sie's blumig und zart, herb und kräftig oder lieber würzig? Soll es nach Erdbeere riechen, nach Kaffee oder nach einem edlen Designerparfüm? Jens E. Reißmann, Geschäftsführer der Firma "Reima Duftmarketing" kann eigentlich fast alle Wünsche erfüllen. Über 200 verschiedene Duftnoten hat er auf Lager. Die verkauft er und die entsprechenden Anlagen gleich noch dazu, die in Fachkreisen übrigens Beduftungsgeräte heißen. 
Liebe geht nicht nur durch den Magen, sondern auch durch die Nase. Das haben nicht nur seit Urzeiten die Parfümhersteller erkannt. "Einen guten Riecher haben", "Das ist der Duft der großen weiten Welt" oder auch "Jemanden nicht erriechen können." Wem sind diese Redewendungen nicht geläufig? Sie unterstreichen einmal mehr, welche Bedeutung der Geruchssinn für den Menschen hat. "Wer aber weiß schon, dass 70 Prozent aller Gefühle über die Nase und diesen Sinn gesteuert werden?" Jens E. Reißmann erinnert, dass im Wohnbereich mit frischen Blumen, Duftkerzen und Raumsprays bereits viel getan wird, um eine behagliche Atmosphäre zu schaffen. "Leider", so meint er, "wird das, was in unseren Wohnungen zum Wohlbefinden und zur Verbesserung der Raumluft beiträgt, noch viel zu wenig genutzt, um damit in Kaufhallen und Geschäften die Kunden in angenehme Kaufstimmung zu versetzen." Musik hat sich ja schon bewährt.
Angenehme Düfte, so der Meister der Gerü-
che, erhöhen nicht nur das Wohlgefühl der
 

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Kunden und ver anlasst sie, länger im Geschäft, der Kaufhalle oder im Einkaufs-Center zu verweilen, sondern schaffen zugleich eine Atomsphäre des Vertrauens und wecken angenehme  Erinnerungen. Wer denkt nicht sofort an Sonne, Palmen und Meeresstrand, an zauberhafte Urlaubstage, wenn einem eine frische Seebrise um die Nase weht? Ein lohnendes Objekt ist zum Beispiel auch der Zahnarzt. Hier müssten Düfte zum Einsatz kommen, die der Spannung und dem Stress entgegenwirken. Dann dürfte es auch für den größten Angsthasen künftig kein Problem mehr sein, sich einen Zahn ziehen zu lassen. Heerscharen von Duftexperten, Chemiker wie Marktforscher, haben sich bereits mit der Zauberkraft von Gerüchen auch auf das Verkaufsverhalten der Menschen beschäftigt. So wurden die Vorteile des sogenannten Duftmarketings sogar in einer wissen-
schaftlichen Studie der Universität Paderborn nachgewiesen. Sie ergab, dass sich durch das Versprühen angenehmer Düfte die Verweildauer von Kunden in den entsprech-
enden Verkaufsräumen um 16 Prozent erhöht, die angenehme Raumluft, die Kaufbereitschaft um 15 Prozent steigerte und in der Testphase die Umsätze um sechs Prozent stiegen. Wenn immer mehr Händler einen Versuch mit "Duftmarketing" starteten, dürfte es sicher kein Wunder sein, wenn es in Zukunft überall nur noch angenehm riecht. Wer Angst hat, dass dies seinem Geldbeutel schlecht bekommen könnte, der sollte künftig den Ein- kauf nur mit einem Schnupfen und einer verstopften Nase wagen.